Gedanken des Architekten zur Konzeption                         

Das in die Jahre gekommene Gebäude vermittelt mit sprödem Charme die Authentizität der 50er Jahre. Die Überlegungen, diesen Charme lediglich durch eine transparente, thermisch konditionierte Hülle zu konservieren, führen nicht zu der geforderten energetischen Qualität der Hülle.

Die Kennwerte aus dem Bebauungsplan ermöglichen den Aufbau von zwei weiteren Geschossen. Wirtschaftlich sinnvoll und konstruktiv angemessen ist die Realisierung eines zusätzlichen Geschosses in Leichtbauweise.

Die Akzeptanz der vorhandenen, stadtbildprägenden Gebäudestruktur , überlagert mit dem zusätzlichen Geschoß führt zu einer klassischen Dreiteilung der Fassade in Sockel, Schaft und Kapitel.

-Der Sockel wird durch die vorspringenden Stützpfeiler auf Straßenniveau definiert.
-Der Schaft wird durch die neue Fassade vor dem ursprünglichen Stahlbetonraster mit seinen Ziegelausfachungen interpretiert.
-Das zusätzliche Geschoß mit seinem gestaltprägenden oberen Abschluß formuliert das Kapitel.


Adressatenbildung

Die Konzentration auf diese wenigen ablesbaren Elemente unterstützt die Eindeutigkeit der Baukörpererscheinung.
Zwei neue Zugänge von der Stöckachstraße aus definieren sichtbar und angemessen repräsentativ die neuen Adressen in der Stadt.
Die neuen Zugänge gliedern und ordnen die internen Nutzungseinheiten für den Eigenbetrieb und ertüchtigen das Gebäude für die Immobilienwirtschaft.
Frei werdende Teilflächen können problemlos der Vermarktung zugeführt werden. Die Lage der vorhandenen Treppenhäuser ermöglicht die Realisierung unterschiedlich großer Mieteinheiten.


Fassade - Anmutung im städtischen Kontext

Die Struktur des Betonskeletts wird als präzise, sich nach vorne verjüngende Leichtmetallkonstruktion, im weißesten Weiß (RAL 9016 verkehrsweiß) abgebildet.
Die vorhandenen Brüstungsausfachungen werden außenseitig wärmegedämmt und mit einem Glaspaneel abgedeckt. Das Glaspaneel ist mit technischer und ästhetischer Raffinesse zur Entmaterialisierung der Bauwerksmasse ausgestattet.
Auf der Position 4 ist eine Spiegelfläche aufgezogen. Die Positionen 2 und 3 der Glasscheibe sind farbig differenziert aufgearbeitet und zusätzlich physikalisch so eingestellt, daß sich die Farbwahrnehmung mit wechselnden Betrachtungswinkel verändert. Die filigrane Transparenz, die Wechselwirkungen zwischen Licht und Schatten, das leichte Zusammenspiel von Materialien thematisieren die Plastizität und Wahrnehmung des Gebäudes. Ein sich permanent veränderndes Lichtspiel in Abhängigkeit von der Tageszeit sorgt für ständig wechselnde visuelle Erlebnisse.

Die Anmutung, Materialität und physikalische Qualität der Hülle repräsentiert als Metapher das CI- Verständnis der EnBW als führendes Energieversorgungsunternehmen.
Das weitauskragende Dach schwebt wie abgelöst über dem langen Gebäudekörper. Die Untersicht der Dachfläche ist ebenfalls in RAL 9016 eingestellt und gibt dem Haus einen eleganten, filigranen oberen Abschluß.


Bürolayout / Variabilität und Flexibilität

Die jeweiligen Geschosse erhalten einen Hohlraumboden in der Höhenlage einer Treppenstufe, somit sind alle Ebenen behindertengerecht zu erschließen.
Das Entwurfskonzept übersetzt das Anforderungsprofil an moderne, variabel wandelbare Bürostrukturen.
Die vorhandene Lage der Treppenhäuser gewährleistet eine sinnvolle Teilung der Geschoßflächen in vermiet- und variabel
teilbare Nutzeinheiten.
Alle Arbeitsplätze sind Fensterarbeitsplätze. Das Konzept ermöglicht ein breites und vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Flächenzuschnitten.
Dieses Angebot wird durch die mögliche flexible Anordnung und Größe der Sanitärkerne in Leichtbauweise erweitert.

Das zusätzliche Geschoß ermöglicht an seinen Enden großzügige Dachterrassen zur Steigerung des Nutzungskomforts. Durch die Freistellung der Gebäudeenden wird die kompakte Packung der Regelgeschosse deutlicher ausformuliert.

Die Büroflächen können als Einzel-, Gruppen- oder Kombibüros organisiert werden. Die flexible Aufteilung der Einzelflächen erfolgt durch leichte Trennwandkonstruktionen.

Das „maßgeschneiderte“ Büro entspricht damit der Forderung nach individuellem Layout und unterstützt die Identität des Nutzers/Mieters mit dem Objekt.

WBW EnBW Stöckachstraße Stuttgart

Auslober

EnBW Systeme Infrastruktur Support GmbH
Bau- und Projektmanagment
Schelmenwasenstraße 15
70567 Stuttgart

Adresse

Stuttgart
Deutschland

Beginn

November 2009